Europatag im Bukarester 2. Sektor

Am 9. Mai wird der Europatag gefeiert: Vor knapp 70 Jahren schwiegen die Waffen, ein großer Krieg war zu Ende, die Naziherrschaft endgültig besiegt. Es begann ein goldenes Zeitalter von Frieden und Völkerverständigung, Freiheit und Wohlstand, Wachstum und Sozialstaat, so die Geschichte, die man bis heute gerne mal erzählt – zumindest im Westen. Dass dieser Frieden etwa in dem ehemaligen Jugoslawien oder in den postsowjetischen Ländern unterbrochen wurde, gilt als Zufall. Dass dieser Frieden einen Preis hatte, dass in weiten Teilen Europas lange keine Rede von Freiheit sein konnte, gehört ebenfalls zu den Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Dass selbst nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus und nach dem Ende der Jugoslawienkriege Millionen Europäer mehr Wohlstand, mehr Gerechtigkeit und mehr Sozialstaat in einem anderen Land suchen, wird als überraschend betrachtet. Dass Sparmaßnahmen und Schuldenbremsen die Ungleichheiten in Europa deutlich verstärken, wird ignoriert – oder in Kauf genommen.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Hinterlasse einen Kommentar

Einige Überlegungen zu Egos

Die Politik ist voller Egos, in Tschechien wie anderswo in der Welt auch. Nur in Tschechien scheint es eine Art Vakuum zu geben, in dem sich diese Egos derart aufblasen können, dass man Angst haben muss, sie platzen gleich.

Neulich diskutierte ich mit jemandem, der diverse tschechische Politik-Egos sehr gut kennt und so kamen wir zum Vergleich der Egos von Ex-Präsident Klaus und dem neuem Präsidenten Zeman.

Beide haben ein Ego, das seinesgleichen sucht. Soweit so gut. Beide sind Sammler-Egos, aber Klaus sammelt vor allem Reichtümer, während Zeman Bewunderer sammelt. Ihm muss man andächtig zuhören, applaudieren und rechtgeben. Klaus hingegen ist das völlig egal (was seine Politik mehrmals bewiesen hat), er weiß, er hat recht, egal ob das jemand anerkennt oder nicht.

Was das Ego von Schwarzenberg angeht (der ja momentan  in einem  Diplomaten-Streit mit Zeman steckt), so kann man vermuten, dass er sein Ego nicht mit Taten oder Geld füttern muss, weil er es bereits im Namen trägt (für die, die noch nicht die Ehre hatten: Fürst Karel von Schwarzenberg, tschechischer Aussenminister). Und so blickt er eher von oben herab auf diverse Streithähne und vertritt bestimmt, etwas lispelnd, aber elegant seinen Standpunkt.

Warum sollte er sich auch in die Suppe spucken lassen, von den beiden Präsidenten-Egos, die sich in den 1990-er Jahren während des sogenannten  „Oppositions-Vertrags“ gegenseitig den Rücken gestärkt haben (1998-2002 tolerierte Klaus Zemans Minderheitenregierung nach vorgezogenen Wahlen) und nun plötzlich Mrs. Klaus als Botschafterin in die Slowakei schicken, obwohl schon längst ein anderer Kandidat hierfür bestimmt war?

Übrigens hat der Sprecher von Zeman die angeblichen Verantwortlichen für die Amnestie im Januar preisgegeben. Drei Männer aus Klaus engstem Beraterkreis sollen dieses Machtwerk konzipiert haben und natürlich will niemand etwas damit zu tun gehabt haben bzw. alle widersprechen sich gegenseitig. Nicht dass man diese Herren für Unschuldslämmer halten sollte, aber es bleibt nur zu vermuten, dass Zeman einfach nur schnell Sündenböcke vorweisen möchte. Und letztendlich damit Klaus vielleicht entlasten möchte ? Was im Grunde nicht einmal nötig wäre, dann alles was Klaus macht, ist ja richtig.


Veröffentlicht unter Sippschaften & Seilschaften
Verschlagwortet mit , , , , ,
Hinterlasse einen Kommentar

Wahrheit oder Pflicht

Tief in Siebenbürgen, mitten in der malerischen Hügellandschaft um Neumarkt am Mieresch, befinden sich Dörfer, in denen Multikulti Alltag ist. Nur die Wenigsten hier haben schon mal Bukarest gesehen, letztlich liegt Budapest rein geografisch, aber vor allem kulturell näher. Die meisten Dorfbewohner sprechen zu Hause Ungarisch, wenn auch mit einem Akzent, den man über die Grenze eher komisch findet. Auch in der Schule wird generell auf Ungarisch unterrichtet, die reformierten Pfarrer predigen in dieser Sprache, Bürgermeister und Kommunalräte gehören der Partei der ungarischen Minderheit.

2013-04-16 15.03.06


Veröffentlicht unter Disko & Pop, Kreml & Kulturpalast, Vodka & Gurkii
Verschlagwortet mit , , , , , , ,
1 Kommentar

Des Krankenhauses neuer Aufzug

Vor einigen Wochen bekam das Krankenhaus in der nordrumänischen Kleinstadt Gura Humorului einen nagelneuen Aufzug. Mit feierlichen Reden, Sektempfang und großem Applaus weihten der Bürgermeister, der Vorsitzende des Kreisrats und der Krankenhausdirektor die „moderne Anlage“ ein. Nicht weniger als vier Abgeordnete fanden während ihres Aufenthalts im Wahlbezirk die Zeit, an der wichtigen Zeremonie teilzunehmen. Und die unabdingbare religiöse Weihung wurde durch drei orthodoxe Priester vorgenommen: Metalltüren und Wände, Anzeigelichter und Knöpfe wurden großzügig mit Weihwasser besprüht noch bevor die Politiker das trikolore Band durchschnitten und die erste festliche Aufzugsfahrt unternahmen.

Kommunalpolitiker und Krankenhausdirektor wollen als erste Aufzug fahren.

Kommunalpolitiker und Krankenhausdirektor wollen als erste Aufzug fahren.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
1 Kommentar

Hoher Besuch aus Brüssel

Der Mittwoch war für Europaanhänger und -gegner in Tschechien ein denkwürdiger Tag. Die europäische Flagge wurde auf der Prager Burg, dem Sitz des tschechischen Präsidenten, zum ersten Mal seit dem Beitritt Tschechiens zur EU vor neun Jahren gehisst. Aber nicht nur das: Der neue Präsident Zeman, frisch gewählt und seit etwa einem Monat im Amt, setzte noch einen drauf und unterzeichnete den Zusatz zum Lissabonner Vertrag, der den Euro – Rettungsfonds ermöglicht. Als letzter aller Staatsoberhäupter in der EU.
Sein Vorgänger im Präsidentenamt, Vaclav Klaus, hat sich ja inwischen einen Ruf als erklärter Europagegner erarbeitet – was erklärt, weshalb es bisher weder die Europaflagge auf der Burg noch eine Unterschrift für den Euro-Rettungsfonds gab.
Auf Einladung Zemans kam hierauf auch sogleich der Präsident der Europäischen Kommission Barroso angereist. Er kontrollierte höchstpersönlich, ob Zeman den Vertrag auch unterzeichnete und den Stift nicht in seinem Jackett verschwinden ließ (in der Krise kann sich die EU keine Unterschlagungen leisten), wohnte der Flaggenhissung bei und trotze dabei Wind, Wetter und Demonstranten.

Hier noch ein kurzer Einblick in einen eher familiären Besuch Barrosos am Mittwoch Morgen bei der Europäischen GNSS Agentur, die sich mit der Realisierung europäischer GPS Systeme befasst und ihren Hauptsitz im September 2012 von Brüssel nach Prag verlegte.

President Barroso bei der Europäischen GNSS Agentur am 3. April

Veröffentlicht unter Gender & Mainstreaming
Verschlagwortet mit , , , ,
Hinterlasse einen Kommentar

Doch nicht vor den Kindern!

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ist Vater von fünf Kindern. Wohl deshalb reagiert er besonders empfindlich und macht es zur Chefsache, wenn deutsche Kinder zu “Opfern politischer Gehirnwäsche” gemacht werden, wie er es jetzt dem öffentlich-rechtlichen Kinderkanal KIKA vorwirft. Dieser berichtete kürzlich in den “Kindernachrichten” unter dem Titel “Rote Karte für Ungarn” darüber, dass es in Ungarn Probleme mit der Pressefreiheit und der Unabhängigkeit des Verfassungsgerichtes gäbe und die Europäische Union das Land deshalb bestrafen könnte. Seit den ersten ungarischen Medienberichten am Donnerstag und dem Statement von Orbán am Freitag schossen die Klickzahlen auf youtube innerhalb von drei Tagen auf über 100.000.

Mit dem von ihm gewohnten rhetorischen Kniff drehte Orbán den Spieß jedoch um: “In Ungarn wäre das nicht möglich, dass in Kinderprogrammen Lügen und falsche Fakten verbreitet würden. Wenn das im ungarischen Fernsehen geschähe, würden die Verantwortlichen sofort rausfliegen.” Mit letzterem hätte Väterchen Viktor sogar Recht.

Was der deutsche Botschafter in Budapest mit dem offiziellen Beschwerdebrief aus dem ungarischen Außenministerium gemacht hat, ist leider nicht überliefert. Vielleicht hat er dieses tapsig-klecksige Selbstporträt aus dem Orbánschen Kindergarten – wie ein gutmütiger und nachsichtiger Papa – an seine Bürowand gehängt.

Gleich neben das “nationale Gehirnwäschebekenntnis Glaubensbekenntnis”. Das in der neuen ungarischen Verfassung steht.

Oder neben das Bild des Reporters, der in den öffentlich-rechtlichen “Erwachsenen-Nachrichten” von der Oppositionsdemo berichtet. Vor einer leeren Straße. Während einen Block weiter Zehntausende gegen die neue Verfassung demonstrieren.

Oder direkt neben das Portrait des ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichts. Der das Ende der Gewaltenteilung konstatiert.

Vielleicht aber auch neben die staatlichen Auszeichnungen für TV-Moderatoren, Sänger und Archäologen. Allesamt Nazis.

Gar neben die “Juden Raus!”-Aufkleber, die Budapester Professoren neuerdings von ihren Büroschildern abkratzen. Die ihnen ihre Studenten dort hingeklebt haben.

Studenten, denen in der Schule nie eine demokratischer Bildung “aufgezwungen” wurde, die ihren Namen verdient hätte. (Von wem denn auch?)

Studenten, die massenhaft die Nazi-Partei Jobbik wählen und sich eine Diktatur wünschen.

Studenten also, die als Kinder nie “Opfer politischer Gehirnwäsche” der KIKA-Nachrichten wurden.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Verschlagwortet mit , , , , , , , ,
4 Kommentare

Die traurigste Baracke

Was tun, wenn eine demokratisch gewählte Regierung schnellen Schritts in den Autoritarismus abdriftet? Wenn mitten in Europa sämtliche Kontrollinstitutionen ausgehebelt werden und dadurch der Rechtsstaat jeden Sinn verliert? Wenn die Verfassung in den Händen einer Parlamentsmehrheit zur Lachnummer wird, während weite Teile der Bürger diese Mehrheit unterstützen? Was tun, wenn Brüssel sich „besorgt“ erklärt und zum nächsten Punkt auf der Tagesordnung übergeht? Auswandern. Nicht mehr dort bleiben, nicht mehr dahin fahren. Abschied von einem Land nehmen, das für einen viel bedeutete. Wie von einer Jugendliebe.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , ,
Hinterlasse einen Kommentar

Bulgariens Schulen sind uncool

Ein Englischlehrer in der südbulgarischen Stadt Plovdiv ist entlassen worden, weil er zusammen mit Schülern den “Harlem Shake” getanzt und auf Youtube veröffentlicht hatte.   Wir crossposten die Verärgerung von Blogger Ivan Bedrov über die Borniertheit bulgarischer Schulen: “Wie sollen mutige, denkende und freie Jugendliche heranwachsen, wenn die meisten Familien und Schulen genau das Gegenteil vorleben. Nein, du darfst keinen Spaß mit den Schülern haben! Du bist gefeuert! Morgen sitzt an deiner Stelle wieder ein griesgrämiger, strenger und unkommunikativer Lehrer. Der ‘Harlem Shake’ hat die Diskrepanz zwischen Status quo und Neuansatz im Lehrerberuf aufgezeigt. Noch herrscht der Status quo vor, dem Uniformität wichtiger ist als Freiheit. Um das zu ändern, müsste die Regierung dem Schulsystem einen heftigen ‘Harlem Shake’ verpassen. Solange aber nichts passiert, werden junge und beliebte Lehrer an bulgarischen Schulen die Ausnahme bleiben – ob sie wollen oder nicht.”

 


Veröffentlicht unter Disko & Pop, Vodka & Gurkii
Verschlagwortet mit , , , ,
Hinterlasse einen Kommentar

Viktátor macht’s möglich

Der rechtspopulistische „Ungarn über alles“-Premier hat es beinahe geschafft: Gegen die umfassende Verfassungsänderung, die am heutigen Montag im Parlament durchgepeitscht wurde, hat sich einen selten breiten gesellschaftlichen Widerstand gebildet. Studenten, Obdachlose, Gewerkschafter, Schwule und Lesben, Lehrer, Menschenrechtsaktivisten, Medienschaffende, verarmte Rentner und Budapester Hipster demonstrieren gemeinsam. Es ist eine wahre osteuropäische Premiere. Das Ergebnis der Abstimmung hat niemanden überrascht. Dass die Fidesz-Zweidrittelmehrheit alles abnickt, was Viktor Orbán in den Sinn kommt, gilt mittlerweile als eiserne Regel unter dem Regime der „nationalen Zusammenarbeit“.

Der neue Gesetzestext besteht aus 15 Seiten und stellt bereits die vierte Änderung des neuen rechtskonservativen, 45-seitigen Grundgesetzes dar, das erst Anfang 2012 in Kraft getreten ist. Weil das Parlament in Budapest immer häufiger 48 oder 72 Stunden lang pausenlos tagt und sich einer beeindruckenden, fieberhaften Produktion an Regelwerk rühmen kann, fällt mittlerweile selbst erfahrenen Beobachtern schwer, sämtliche Details und ihre möglichen Konsequenzen zu verfolgen. Einiges ist jedoch schon klar: Die Verfassungsänderung macht fast alle Kompromisse, die Orbán auf Druck der EU oder des Verfassungsgerichts akzeptieren musste, auf einen Schlag rückgängig.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Verschlagwortet mit , , , , , , , , , ,
Hinterlasse einen Kommentar

Von der russischen Seele hinter der Autokamera

Autokamera-Videos aus Russland sind auf YouTube zu einem eigenen Genre avanciert. Meist handelt es sich um spektakuläre Unfälle oder Beinahe-Unfälle. Das Geschehen vor der Kamera ist allerdings Nebensache. Der wahre Protagonist sitzt am Steuer und bleibt unsichtbar. Sein Verdienst: er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Im folgenden Video gibt sich ein Mann entzückt über den Meteorioteneinschlag in Tscheljabinsk. Das Naturschauspiel ist ihm ein paar ruhig vorgetragene Sätze wert, bedächtiger Mat in Reinform.

Romantische Westeuropäer hätten an dieser Stelle etwas über die legendäre Duldsamkeit des russischen Gottesträger-Volkes zu sagen – doch solche Ausführungen, liebe Leserinnen und Leser, finden Sie nicht im Ostpol-Blog.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Verschlagwortet mit
Hinterlasse einen Kommentar

Fremdschämen über die Branche

Das Deutsch-Russische Forum hat zu einem Pressegespräch anlässlich des 20. Jubiläums ins Hotel Adlon eingeladen. Die Bilanz ziehen an einem grauen Wintertag neben dem Vorsitzenden Ernst-Jörg von Studnitz der russische Botschafter Wladimir Grinin und der Sondervertreter des russischen Präsidenten, Michail Schwydkoj.  Das Lindenzimmer in der ersten Etage ist gut gefüllt, es gibt eine Reihe von Fragen.

Da meldet sich eine junge NDR-Reporterin forsch zu Wort, deren Team bei der PK dreht, und stellte die überraschende Frage: „Was können denn wir Deutschen heute noch von den Russen lernen, Herr Botschafter?“  Nachdem Studnitz sich redlich um eine etwas ausschweifende Antwort bemüht hat, folgt eine weitere Wortmeldung der Vertreterin des öffentlich-rechtlichen Senders: „Ich habe mir überlegt, was wir Medien beisteuern können“, sagt sie und da sei ihr ein Witz eingefallen: Was ist der Unterschied zwischen Putin und einem Pferd?


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Verschlagwortet mit , , , , , ,
2 Kommentare

Hoffnung trotz Zeman

Zeman und SchwarzenbergToll, nochmal fünf Jahre mit einem arroganten Präsidenten, und diesmal auch noch mit einem richtigen Grobian. Und ich habe mich schon auf einen wirklich neuen Präsidenten nach Klaus gefreut. (Das einzig Positive aus meiner sicht ist, dass Zeman die europäische Idee unterstützt).

Schwarzenberg hat mehr als 45 Prozent bekommen. Das ist gar nicht so wenig, wenn man bedenkt, dass Aristokraten, Katholiken, Emigranten und Leute mit deutschen oder österreichischen Wurzeln in Tschechien nie sonderlich beliebt waren.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Verschlagwortet mit , , , ,
1 Kommentar

Aufbruchstimmung

karel for prezidentEine Tragödie!“, smste mir Katka letztes Wochenende, als die Stimmen so gut wie ausgezählt waren und es keinen Zweifel mehr daran gab, wen die Tschechen – erstmals per Direktwahl – zu ihrem neuen Präsidenten gewählt haben. „Ich würde am liebsten emigrieren!“

Dass Milos Zeman die Wahl gewonnen hat, ist nicht nur für meine Freundin eine bittere Ent-Täuschung. Viele, vor allem jüngere Tschechen fühlen sich desillusioniert. Zu groß und, zumindest in Prag, zu greifbar schien die Hoffnung auf einen Neuanfang. Darauf, dass Tschechien nach zehn Jahren Vaclav Klaus mit seinen Hasstiraden gegen die EU und gegen eine engagierte Bürgergesellschaft endlich wieder von einem Politiker repräsentiert wird, für den man sich nicht schämen muss.


Veröffentlicht unter Gender & Mainstreaming, Kreml & Kulturpalast
Verschlagwortet mit , , , , ,
Hinterlasse einen Kommentar

Auf frischer Tat ertappt

Facebook-Gruppe "Fotografier den Polizisten"Die Polizei in Bulgarien genießt keinen guten Ruf. Von Vertrauen und Respekt kann keine Rede sein. Um genauer zu sein: Die Polizisten sind korrupt und sie machen den ganzen Tag nichts, das denken die meisten Bulgaren. So hat sich im Volksmund das Wort „kuki“ („Haken“) für die Polizisten etabliert, die die kleinen Fische bei „marginalen Gesetzesverstößen“ wie Falschparken oder Nicht-Beachten von Verkehrsschildern „fangen“ und „Bußgeld“, um nicht Schmiergeld zu sagen, kassieren. Zugegeben, vieles hat sich seit dem EU-Beitritt Bulgariens geändert – die Polizisten sind vorsichtiger geworden, mit vielen Methoden aus den 1990-er Jahren kommen sie nicht mehr durch. Aber dieses Bemühen hat sie beim Volk auch nicht beliebter gemacht.


Veröffentlicht unter Biziness & Korruption
1 Kommentar

Putinsche Handarbeit

Zugegeben: Die teilweise platte Berichterstattung über Pussy Riot hat genervt, genau wie die vielen tapferen Kämpfer für die Meinungsfreiheit, die plötzlich mit einer bunten Maske über dem Kopf an jeder Ecke auftauchten. Das sah doch irgendwie mehr nach Pop aus als nach Protest.

Dieses Bild aber finde ich großartig – gefunden auf der russischen Blog-Plattform Livejournal.


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
1 Kommentar