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Dialektik der europäischen Reisefreiheit

Ausreise verweigert

2009 war die Freude noch groß, als die EU die Visapflicht für die meisten Westbalkan-Staaten aufhob. Vorbei das stundenlange Anstehen vor den Botschaften, die unwürdigen Behandlungen und nicht zuletzt die hohen Gebühren. Doch schon bald darauf schrillten in Brüssel die Alarmglocken. Länder wie Deutschland, Belgien und Schweden hatten einen sprunghaften Anstieg der Asylbewerberzahlen festgestellt. Eine Minderheit nutzte die neue Reisefreiheit offenbar auf eigenwillige Weise – vor allem Serben und Mazedonier, und von ihnen waren so gut wie alle Roma.


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#Protestiram in #Skopje

Ich war immer ein wenig skeptisch (und bin es eigentlich auch immer noch), was den Nutzen von „Twitter“ für Journalisten betrifft. Was, bitte schön, lässt sich mit 140 Zeichen überhaupt Interessantes mitteilen? Zum Beispiel dies: Anfang Juni wurde in Mazedonien „getwittert“, dass am Rande einer Parteiveranstaltung in Skopje ein junger Mann von einem Polizisten zu Tode geprügelt worden ist. Hundertfach wurde dieser Tweet (so heißen die Kurznachrichten) in kürzester Zeit „re-tweeted“, und am nächsten Tag schon demonstrierten etwa 150 junge Menschen, bevor die traditionellen Medien überhaupt über den Todesfall berichtet hatten. Die gaben dann sowieso erst einmal nur die offizielle Stellungnahme der Regierung wieder: Dem 22-jährige Martin Neskoski, sei übel gewesen, es habe sich um einen Unfall gehandelt – und vor allem: Es konnten keine Spuren von Gewalt gefunden werden.


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