Der Mittwoch war für Europaanhänger und -gegner in Tschechien ein denkwürdiger Tag. Die europäische Flagge wurde auf der Prager Burg, dem Sitz des tschechischen Präsidenten, zum ersten Mal seit dem Beitritt Tschechiens zur EU vor neun Jahren gehisst. Aber nicht nur das: Der neue Präsident Zeman, frisch gewählt und seit etwa einem Monat im Amt, setzte noch einen drauf und unterzeichnete den Zusatz zum Lissabonner Vertrag, der den Euro – Rettungsfonds ermöglicht. Als letzter aller Staatsoberhäupter in der EU.
Sein Vorgänger im Präsidentenamt, Vaclav Klaus, hat sich ja inwischen einen Ruf als erklärter Europagegner erarbeitet – was erklärt, weshalb es bisher weder die Europaflagge auf der Burg noch eine Unterschrift für den Euro-Rettungsfonds gab.
Auf Einladung Zemans kam hierauf auch sogleich der Präsident der Europäischen Kommission Barroso angereist. Er kontrollierte höchstpersönlich, ob Zeman den Vertrag auch unterzeichnete und den Stift nicht in seinem Jackett verschwinden ließ (in der Krise kann sich die EU keine Unterschlagungen leisten), wohnte der Flaggenhissung bei und trotze dabei Wind, Wetter und Demonstranten.
Hier noch ein kurzer Einblick in einen eher familiären Besuch Barrosos am Mittwoch Morgen bei der Europäischen GNSS Agentur, die sich mit der Realisierung europäischer GPS Systeme befasst und ihren Hauptsitz im September 2012 von Brüssel nach Prag verlegte.




