Schlagwort-Archive: Bulgarien

Bulgariens Schulen sind uncool

Ein Englischlehrer in der südbulgarischen Stadt Plovdiv ist entlassen worden, weil er zusammen mit Schülern den “Harlem Shake” getanzt und auf Youtube veröffentlicht hatte.   Wir crossposten die Verärgerung von Blogger Ivan Bedrov über die Borniertheit bulgarischer Schulen: “Wie sollen mutige, denkende und freie Jugendliche heranwachsen, wenn die meisten Familien und Schulen genau das Gegenteil vorleben. Nein, du darfst keinen Spaß mit den Schülern haben! Du bist gefeuert! Morgen sitzt an deiner Stelle wieder ein griesgrämiger, strenger und unkommunikativer Lehrer. Der ‘Harlem Shake’ hat die Diskrepanz zwischen Status quo und Neuansatz im Lehrerberuf aufgezeigt. Noch herrscht der Status quo vor, dem Uniformität wichtiger ist als Freiheit. Um das zu ändern, müsste die Regierung dem Schulsystem einen heftigen ‘Harlem Shake’ verpassen. Solange aber nichts passiert, werden junge und beliebte Lehrer an bulgarischen Schulen die Ausnahme bleiben – ob sie wollen oder nicht.”

 


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Highway to Hell – Fahrradfahren in Sofia

Fahrradfahren in Sofia – das war lange Zeit nur etwas für wirklich Hartgesottene. Ausländer oder Naturfreaks, für die das Fahrrad als Verkehrsmittel (angesichts zahlreicher Schlaglöcher auf der Straße und zugeparkter Gehwege) mehr ein Statement als praktisches Fortbewegungsmittel war. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation jedoch leicht verbessert, nicht zuletzt aufgrund des steigenden Drucks einer größer werdenden Fahrradlobby, die auf jährlichen “Rallies” mit über 1000 Teilnehmern forderten, auch Zweirädrigen ein einigermaßen sicheres Fortbewegen in der Stadt zu ermöglichen. Und tatsächlich: 2008 wurde der erste Fahrradweg eingeweiht, und die Bürgermeisterin versprach wenig später ein weit verzweigtes Fahrradwegnetz – für ganz Sofia! Ob dafür die ersten EU-Mittel nun schon geflossen seien, fragte spöttisch ein Facebook-Nutzer angesichts der Bilder, die seit einigen Tagen durch die bulgarischen sozialen Netzwerke geistern?

 


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Betahaus goes East

Foto: MAX/Minko Minev

Bislang ist Sofia nicht unbedingt auf der Landkarte der globalen “digitalen Boheme” zu finden – dieser jungen Typen und kleinen “start ups”, bei denen es eigentlich egal ist, an welchem Ort in der analogen Welt sie gerade vor sich hintexten, -designen, -programmieren oder -bloggen und sich deshalb ihren Wohnort danach aussuchen, wo die Mieten billig und das Umfeld inspirierend ist. Was ein Fehler sein könnte, denn die bulgarische Hauptstadt hat einiges zu bieten: Die Mieten und Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise noch immer niedrig, und in den vergangenen Jahren hat sich die Stadt rasant und zum Positiven entwickelt – nicht zuletzt durch die Bulgaren, die im Ausland studiert haben und nun mit neuen Ideen im Gepäck zurückkommen. Zwei von ihnen sind Alexander Mihaylov und Alexander Kitov. Und die wollen für die digitalen Nomanden und Selbständigen nun auch in ihrer alten Heimatstadt das passende Arbeitsumfeld schaffen. Das heißt: Nach Berlin, Hamburg und Köln bekommt auch Sofia sein Betahaus!


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