Schlagwort-Archive: Balkan

Dialektik der europäischen Reisefreiheit

Ausreise verweigert

2009 war die Freude noch groß, als die EU die Visapflicht für die meisten Westbalkan-Staaten aufhob. Vorbei das stundenlange Anstehen vor den Botschaften, die unwürdigen Behandlungen und nicht zuletzt die hohen Gebühren. Doch schon bald darauf schrillten in Brüssel die Alarmglocken. Länder wie Deutschland, Belgien und Schweden hatten einen sprunghaften Anstieg der Asylbewerberzahlen festgestellt. Eine Minderheit nutzte die neue Reisefreiheit offenbar auf eigenwillige Weise – vor allem Serben und Mazedonier, und von ihnen waren so gut wie alle Roma.


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Liebe Kollegen, so geht das nicht!

Anfang Dezember war ich wieder im Kosovo und saß im Büro eines Mitarbeiters der EU-Rechtsstaatsmission EULEX. Das Interview war beendet, und wir sprachen noch ein wenig über dies und das. Viel zu oft, waren wir uns einig, würden Journalisten in Unkenntnis von  Fakten berichten. Um das zu unterstreichen, klappte der EULEX-Mann sein Laptop auf. Und ich sah: einen Beitrag des deutschen Politmagazins “Kontraste”, gesendet am 31. Oktober 2011.


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Mein erstes Mal

Kosovo, so wird oft gesagt, ist ein „unfinished state“. Das stimmt. Kosovo ist so „unfinished“, dass auch die Grüne Versicherungskarte keine Gültigkeit hat. Wer also mit dem Auto in den Kosovo fahren will, und sei es nur für einen Tag, muss deshalb an der Grenze zunächst eine örtliche Kfz-Versicherung abschließen. Und damit es sich auch richtig lohnt, beträgt die minimale Versicherungsdauer 14 Tage. Neulich war es wieder soweit: Ich wollte von Sofia nach Montenegro und hatte mich für die Route über den Kosovo entschieden.


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#Protestiram in #Skopje

Ich war immer ein wenig skeptisch (und bin es eigentlich auch immer noch), was den Nutzen von „Twitter“ für Journalisten betrifft. Was, bitte schön, lässt sich mit 140 Zeichen überhaupt Interessantes mitteilen? Zum Beispiel dies: Anfang Juni wurde in Mazedonien „getwittert“, dass am Rande einer Parteiveranstaltung in Skopje ein junger Mann von einem Polizisten zu Tode geprügelt worden ist. Hundertfach wurde dieser Tweet (so heißen die Kurznachrichten) in kürzester Zeit „re-tweeted“, und am nächsten Tag schon demonstrierten etwa 150 junge Menschen, bevor die traditionellen Medien überhaupt über den Todesfall berichtet hatten. Die gaben dann sowieso erst einmal nur die offizielle Stellungnahme der Regierung wieder: Dem 22-jährige Martin Neskoski, sei übel gewesen, es habe sich um einen Unfall gehandelt – und vor allem: Es konnten keine Spuren von Gewalt gefunden werden.


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