Archiv der Kategorie: Vodka & Gurkii

Wahrheit oder Pflicht

Tief in Siebenbürgen, mitten in der malerischen Hügellandschaft um Neumarkt am Mieresch, befinden sich Dörfer, in denen Multikulti Alltag ist. Nur die Wenigsten hier haben schon mal Bukarest gesehen, letztlich liegt Budapest rein geografisch, aber vor allem kulturell näher. Die meisten Dorfbewohner sprechen zu Hause Ungarisch, wenn auch mit einem Akzent, den man über die Grenze eher komisch findet. Auch in der Schule wird generell auf Ungarisch unterrichtet, die reformierten Pfarrer predigen in dieser Sprache, Bürgermeister und Kommunalräte gehören der Partei der ungarischen Minderheit.

2013-04-16 15.03.06


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Bulgariens Schulen sind uncool

Ein Englischlehrer in der südbulgarischen Stadt Plovdiv ist entlassen worden, weil er zusammen mit Schülern den “Harlem Shake” getanzt und auf Youtube veröffentlicht hatte.   Wir crossposten die Verärgerung von Blogger Ivan Bedrov über die Borniertheit bulgarischer Schulen: “Wie sollen mutige, denkende und freie Jugendliche heranwachsen, wenn die meisten Familien und Schulen genau das Gegenteil vorleben. Nein, du darfst keinen Spaß mit den Schülern haben! Du bist gefeuert! Morgen sitzt an deiner Stelle wieder ein griesgrämiger, strenger und unkommunikativer Lehrer. Der ‘Harlem Shake’ hat die Diskrepanz zwischen Status quo und Neuansatz im Lehrerberuf aufgezeigt. Noch herrscht der Status quo vor, dem Uniformität wichtiger ist als Freiheit. Um das zu ändern, müsste die Regierung dem Schulsystem einen heftigen ‘Harlem Shake’ verpassen. Solange aber nichts passiert, werden junge und beliebte Lehrer an bulgarischen Schulen die Ausnahme bleiben – ob sie wollen oder nicht.”

 


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Omsk zapft is! Oktoberfest in Sibirien

Das Schunkeln ist schnell erlernt, auch wenn die Blaskapelle nur vom Band kommt. Aber an der Grenze von der Steppe zur Taiga war partout keine authentische Lederhosencombo mit Tuba aufzutreiben. Denn hier, zwei Wochen vor dem großen Original, gibt das Oktoberfest sein sibirisches Stelldichein. Es ist ein kleines, etwa 40 Leute sind gekommen, und es ist ein akademisches, denn der Schauplatz ist der deutsche Lesesaal der Puschkin-Bibliothek zu Omsk, Sibirien. Aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb herrscht hier ein ganz eigener Charme, den die vereinzelt als Exoten zum Anfassen eingeladenen Exil-Deutschen schüchtern-vergnügt wahrnehmen.

Organisiert haben die Sause die Deutsch-Lektorin des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) an der Omsker Universität und die vom Goethe-Institut entsandte Sprachassistentin des Zentrums für Deutsch. Erstgenannte, eigentlich Preußin, ist gar im Dirndl erschienen, während Letztere sich mit einer Schürze behelfen muss, dafür aber eindrucksvoll mit selbstgebackenen Brezeln punkten kann.


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