Archiv der Kategorie: Biziness & Korruption

Neues aus dem Schlaraffenland

Mein Lieblingsland Tschechien hat in den letzten Wochen seinem Ruf wieder alle Ehre gemacht. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Topmanager der Kohlebergwerke Most „Mostecká Uhelná“, die nachweislich das Unternehmen als auch den tschechischen Staat um Milliarden erleichtert haben, sind verurteilt worden: zu Gefängnisstrafen kombiniert mit hohen Geldstrafen (in Millionenhöhen) – zu schön um wahr zu sein? Nicht ganz, denn alle, die glauben sich im Land geirrt zu haben, kann ich beruhigen: Keine Sorge, das Urteil wurde nicht in Tschechien gefällt, sondern in der Schweiz.


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Ich korrumpiere, du korrumpierst, wir korrumpieren…

Wenn man jedesmal, wenn in Tschechien irgendein Skandal aufgedeckt wird, einen Bericht erstatten müsste, käme man vermutlich zu nichts anderem mehr. Veruntreuung hier aufgedeckt, Veruntreuung da aufgedeckt, gespickt mit kleinen Peinlichkeiten der „Elite“ des Landes  – gefühlte 24 Stunden täglich. Es ist eigenartig, Tschechien liegt mehr oder weniger im geografischen Zentrum Europas und dennoch hat man das Gefühl in der tiefsten Bananenrepublik zu sitzen.


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Auf frischer Tat ertappt

Facebook-Gruppe "Fotografier den Polizisten"Die Polizei in Bulgarien genießt keinen guten Ruf. Von Vertrauen und Respekt kann keine Rede sein. Um genauer zu sein: Die Polizisten sind korrupt und sie machen den ganzen Tag nichts, das denken die meisten Bulgaren. So hat sich im Volksmund das Wort „kuki“ („Haken“) für die Polizisten etabliert, die die kleinen Fische bei „marginalen Gesetzesverstößen“ wie Falschparken oder Nicht-Beachten von Verkehrsschildern „fangen“ und „Bußgeld“, um nicht Schmiergeld zu sagen, kassieren. Zugegeben, vieles hat sich seit dem EU-Beitritt Bulgariens geändert – die Polizisten sind vorsichtiger geworden, mit vielen Methoden aus den 1990-er Jahren kommen sie nicht mehr durch. Aber dieses Bemühen hat sie beim Volk auch nicht beliebter gemacht.


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Und täglich grüßt der Präsident

Zu Putins Amtsantritt ein Blick zurück: Dieses Cover veröffentlichte die „New Times“, eine russische Wochenzeitung, Ende Februar zur Präsidentenwahl. Die im Stil russischer Unterweltgestalten tätowierten Finger erzählen, sie gehörten „Wowa aus Piter“, sprich „Wladimir aus St. Petersburg“. Dieser Wowa tritt mit dem Segen der orthodoxen Kirche eine dritte Amtszeit an, als deren Symbole neben dem Kreml die Logos der Energieriesen Gasprom und Rosneft stehen. „Ob die Redakteure schon die Koffer packen?“, fragte ein Nutzer im russischen Internet, als der mutige Titel erschien. Noch jedenfalls wird das Magazin gedruckt.


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Spione im Schlafzimmer

Eigentlich schenkt man in Osteuropa Blumen zum Frauentag. Khadija Ismayilova aus Baku aber erhielt am 8. März einen Brief – darin eindeutige Fotos aus ihrem Schlafzimmer und die Warnung, sie werde „extrem bloßgestellt“, wenn sie ihre Recherchen über die Auslandsgeschäfte der Präsidentenfamilie nicht augenblicklich einstelle. Doch Ismayilova wäre nicht eine der bekanntesten investigativen Journalistinnen Aserbaidschans, wenn sie dazu geschwiegen hätte.


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Studenten erwachen

Ausbildung ist kein Business! – Diplom ist keine Ware! -Wir sind keine Melkkühe! – Freiheit den Hochschulen! – Mit diesen und vielen anderen Transparenten haben vergangene Woche in Tschechien Tausende Studenten gegen das neue Hochschulgesetz demonstriert: 6000 in Brünn und 10.000 in Prag. Das neue Gesetz, so die Befürchtung, werde die akademische Freiheit beschränken. Außerdem wird mit der Einführung von Studiengebühren gerechnet.


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Virtuelle Schranken und reale Probleme

Ganz und gar wird Belarus mit Sicherheit nicht von der digitalen Landkarte der Welt verschwinden, auch wenn das manch einer befürchten mag.

Doch ein neues Internet-Gesetz weist Nutzer einmal mehr in die Schranken.  Es erinnert an den strengen Erlass vom Juli 2010


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STATUS B. – Halsbrecherische Text-Baustellen

Wenn Sie als Journalist im Nordkaukasus kritisch berichten wollen, schlägt Ihnen der Chefredakteur vor, lieber etwas Positives zu schreiben – um „das Fass nicht zum Überlaufen zu bringen“ (s. Blogeintrag vom 12.12.). Dann bekommen Sie vom Buchhalter der Zeitung einen zerkratzen Fotoapparat, der offensichtlich schon einiges gesehen hat, (es ist der einzige Fotoapparat im Besitz der Redaktion), damit gehen Sie zu irgendeiner Baustelle, fotografieren eine hochkünstlerische Ansammlung frisch gemauerter Ziegelsteine, kehren daraufhin in die Redaktion zurück, geben dem Buchhalter den Fotoapparat zurück, setzen sich hin und schreiben irgendwas im Stil von:


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STATUS B. – Nackte Frauen im Notizblock

Waren Sie schon mal im Nordkaukasus? Es gibt dort hohe, wunderschöne, raue Berge und nicht weniger raue Gesetze. Ich kann Ihnen sagen, nicht jeder ist für diesen Ort gemacht. Um dort zu überleben, oder gar zu bestehen, braucht man einen sehr starken Charakter – oder überhaupt keinen. Wenn man Journalist ist – und gar Journalist einer staatlichen Zeitung (und andere gib es ganz einfach nicht) – dann kann man in diesen rauen Bergen nur überleben, wenn man sich jedes Charakters entledigt hat.


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Planwirtschaft statt Marktreformen

Ein weiteres europäisches Land befindet sich ein einer schweren wirtschaftlichen Krise: Belarus hat in den letzten Monaten mehrere traurige Rekorde gesammelt: Höchste einmalige Währungsabwertung seit 1990 weltweit, Spitzenwert bei der Inflationsgeschwindigkeit (105 Prozent in zehn Monaten laut Schätzungen des nationalen Statistik-Komitees) und weltweit höchster Diskontsatz unter den Zentralbanken. Die Lage ist sehr ernst und hat innerhalb der Regierung zu Meinungsverschiedenheiten geführt, wie sie das Land jahrelang nicht gesehen hat.


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Mein erstes Mal

Kosovo, so wird oft gesagt, ist ein „unfinished state“. Das stimmt. Kosovo ist so „unfinished“, dass auch die Grüne Versicherungskarte keine Gültigkeit hat. Wer also mit dem Auto in den Kosovo fahren will, und sei es nur für einen Tag, muss deshalb an der Grenze zunächst eine örtliche Kfz-Versicherung abschließen. Und damit es sich auch richtig lohnt, beträgt die minimale Versicherungsdauer 14 Tage. Neulich war es wieder soweit: Ich wollte von Sofia nach Montenegro und hatte mich für die Route über den Kosovo entschieden.


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Striptease für die Pressefreiheit

Für das Recht, ohne staatliche Zensur schreiben zu dürfen, greift eine der populärsten Journalistinnen der Oppositionspresse in Kasachstan zu spektakulären Mitteln – sie gibt quasi ihr letztes Hemd für die Pressefreiheit.

 

„Lieber die nackte Wahrheit, als eine hübsche Lüge,“ ist die Botschaft von Guljan Jergaliejewa, zu der sie in einem Video die Hüllen fallen lässt.


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Ohne Stempel bist Du niemand

Wenn es nach georgischen Politikern ginge, läge ihr Land mitten im Westen. Weit weg von Russland und überhaupt vom Osten, den Mauern und grimmige Wachposten viel zu lange vom Rest der Welt abschotteten. Deshalb breitet das Land freundlich und unbürokratisch seine Arme aus: EU-Bürger dürfen ohne Visum einreisen und fast ein ganzes Jahr bleiben – neuerdings sogar ganz ohne Reisepass.

Wie bitte? Mit einem schnöden Personalausweis bis in den Kaukasus? Das muss ich probieren.


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