Archiv des Autors: Ulrike Gruska

Über Ulrike Gruska

Ulrike Gruska schreibt Reportagen, Porträts und Analysen aus und über Osteuropa, vor allem aus Russland und dem Südkaukasus. Ihr Studium in Hamburg (Politische Wissenschaft und Osteuropastudien) unterbrach sie 2000/2001, um für ein Jahr bei deutschsprachigen Zeitungen an der Wolga zu arbeiten. Von 2007 bis 2010 betreute sie als Redakteurin den n-ost Artikeldienst. Nach Stationen in Moskau und Tiflis schreibt sie heute von Berlin aus für Tageszeitungen, Magazine und Buchverlage.

Dieser Autor auf www.ostpol.de http://www.ulrikegruska.de

Putinsche Handarbeit

Zugegeben: Die teilweise platte Berichterstattung über Pussy Riot hat genervt, genau wie die vielen tapferen Kämpfer für die Meinungsfreiheit, die plötzlich mit einer bunten Maske über dem Kopf an jeder Ecke auftauchten. Das sah doch irgendwie mehr nach Pop aus als nach Protest.

Dieses Bild aber finde ich großartig – gefunden auf der russischen Blog-Plattform Livejournal.


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Freiheit für die Strumpfmädchen

Heute beginnt der Prozess gegen Pussy Riot, jene Gruppe junger Frauen, die in Russland mit schrillen Aktionen gegen die Nähe von Kirche und Staat und die Herrschaft eines exklusiven Männerklubs über ihr Land protestiert. Am Freitag riefen mehr als hundert russische Intellektuelle die Behörden auf, die Frauen frei zu lassen. Bands wie Red Hot Chili Peppers oder Faith no more trugen bei ihren Konzerten in Moskau Pussy-Riot-T-Shirts oder bunte Strumpfmasken – das Markenzeichen von Pussy Riot. Auch Berlin ist solidarisch: Nebenstehendes Plakat, gesehen in der Kastanienallee, zitiert das „Punk-Gebet“, für das nun sieben Jahre Haft drohen.


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Und täglich grüßt der Präsident

Zu Putins Amtsantritt ein Blick zurück: Dieses Cover veröffentlichte die „New Times“, eine russische Wochenzeitung, Ende Februar zur Präsidentenwahl. Die im Stil russischer Unterweltgestalten tätowierten Finger erzählen, sie gehörten „Wowa aus Piter“, sprich „Wladimir aus St. Petersburg“. Dieser Wowa tritt mit dem Segen der orthodoxen Kirche eine dritte Amtszeit an, als deren Symbole neben dem Kreml die Logos der Energieriesen Gasprom und Rosneft stehen. „Ob die Redakteure schon die Koffer packen?“, fragte ein Nutzer im russischen Internet, als der mutige Titel erschien. Noch jedenfalls wird das Magazin gedruckt.


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Spione im Schlafzimmer

Eigentlich schenkt man in Osteuropa Blumen zum Frauentag. Khadija Ismayilova aus Baku aber erhielt am 8. März einen Brief – darin eindeutige Fotos aus ihrem Schlafzimmer und die Warnung, sie werde „extrem bloßgestellt“, wenn sie ihre Recherchen über die Auslandsgeschäfte der Präsidentenfamilie nicht augenblicklich einstelle. Doch Ismayilova wäre nicht eine der bekanntesten investigativen Journalistinnen Aserbaidschans, wenn sie dazu geschwiegen hätte.


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Schrill, laut, dagegen: Pussy Riot

Foto: ru.wikipedia.org/Igor Muchin/cc-by-sa 3.0

Am spektakulärsten war ihr Auftritt auf dem Roten Platz. In knallbunten Strumpfhosen, mit Häkelmasken auf dem Kopf und der E-Gitarre in der Hand schrien acht Punkfrauen Ende Januar ihre Wut in den Moskauer Himmel: über die Verbrecher hinter den Kremlmauern, den allmächtigen Geheimdienst und den Männerbund der Macht in Staat und Kirche.


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unEiniges Russland: Deutlicher geht’s kaum

Gleich gegenüber der Kremlmauer, ein paar Schritte vom Roten Platz entfernt, fotografierte ein russischer Blogger heute Morgen dieses leuchtend gelbe Plakat: “Putin hau ab!”, steht darauf. Wie lange die freche Forderung dort hing, ist ungewiss. “Schade, dass er es nie lesen wird”, kommentierte ein anderer – dabei hätte Putin nur aus dem Fenster schauen müssen.


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Virtuelle Schranken und reale Probleme

Ganz und gar wird Belarus mit Sicherheit nicht von der digitalen Landkarte der Welt verschwinden, auch wenn das manch einer befürchten mag.

Doch ein neues Internet-Gesetz weist Nutzer einmal mehr in die Schranken.  Es erinnert an den strengen Erlass vom Juli 2010


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Russische Arithmetik


Ohne Kommentar: Das russische Fernsehen vermeldet am Sonntagabend die Ergebnisse der Parlamentswahlen. Einfach mal zusammenrechnen.


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Warum Belarus unsexy ist…

…beschreibt das Freie Theater sprachgewaltig und bitterböse in seinem Stück „Minsk 2011“. In Belarus tritt die Gruppe nur im Untergrund auf, beim Edinburgh Theater Festival gewann sie im Sommer mit „Minsk 2011“ den 1. Preis.

Hier eine Kostprobe aus dem Stück, in dem europäische Politiker kaum besser wegkommen als die Mächtigen in Minsk – und bei dessen Schilderung gewalttätig aufgelöster Demonstrationen sich dem Zuhörer die Nackenhaare aufstellen.


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Pure Unvernunft

Chatschapuri Adscharuli. Man muss sich diesen Namen mal auf der Zunge zergehen lassen. Chat-scha-puri Ad-scha-ruli. Üppig schmeckt das und nach Überfluss, weich, weiß und grenzenlos.

Genau das ist Chatschapuri Adscharuli, meine georgische Leibspeise: ein barockes Schiff aus Weizenteig, gefüllt mit weißem, salzigen Käse, mit Butter garniert und überbacken, gekrönt von einem Spiegelei. Chatschapuri Adscharuli ist pure Unvernunft. Es ist groß und fettig. Es wirft einen nieder, man schwört sich „Nie mehr!“

Doch es ist mit diesem Chatschapuri wie mit dem Landzipfel, aus dem es stammt:


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Ohne Stempel bist Du niemand

Wenn es nach georgischen Politikern ginge, läge ihr Land mitten im Westen. Weit weg von Russland und überhaupt vom Osten, den Mauern und grimmige Wachposten viel zu lange vom Rest der Welt abschotteten. Deshalb breitet das Land freundlich und unbürokratisch seine Arme aus: EU-Bürger dürfen ohne Visum einreisen und fast ein ganzes Jahr bleiben – neuerdings sogar ganz ohne Reisepass.

Wie bitte? Mit einem schnöden Personalausweis bis in den Kaukasus? Das muss ich probieren.


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