Archiv des Autors: Olga Kapustina

Über Olga Kapustina

Olga schreibt Artikel und produziert Radio- und TV-Beiträge über Osteuropa, vor allem über Belarus und Russland. Am liebsten schreibt sie über Politik, Bildung, Umwelt, Migration und Kultur. Als Volontärin der Deutschen Welle macht sie seit September 2010 journalistische Stationen in Bonn, Berlin und Moskau. Olga Kapustina spricht Deutsch, Russisch, Belarussisch und Englisch. Sie studierte Journalistik und Germanistik in St. Petersburg, Dortmund und Essen.

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unEiniges Russland: Berliner Karneval für freie Wahlen

Die Demo an 4. Februar in Berlin

Die Demo an 4. Februar in Berlin

Demonstrationen für freie Wahlen haben am 4. Februar nicht nur in Russland, sondern auch in vielen Städten im Ausland stattgefunden. Eine der größten Russland-Demos gab es in Berlin. Wer organisiert die Proteste im Ausland? Und warum?


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Der illegal Verurteilte

Die Geschichte eines der jüngsten politischen Gefangenen von Belarus

Mikita Likhavid, eine Woche nach der Freilassung. Quelle: 34mag.net

Mikita Likhavid ist 21 Jahre alt. Er hat kurzes helles Haar. Seine Augen sind umgeben von dunklen Augenrändern. „Ich schlafe zu wenig und rauche zu viel“, sagt er. Bei Mikita stimmt etwas nicht. Bereits seit einem Jahr.

Der 19. Dezember 2010 war ein schicksalsträchtiger Tag im Mikitas Leben. Die Ereignisse jenes Sonntags haben sich in seinem Gedächtnis eingebrannt.  Er wacht gegen 14 Uhr auf. Ein Freund von ihm klingelt an der Tür. Die beiden gehen zum Wahllokal um abzustimmen. An diesem Tag findet die Präsidentenwahl in Belarus statt. Auf dem Weg zurück treffen sie eine ehemalige Mitschülerin, plaudern eine Weile mit ihr. Es ist windig und frostig. Die Jungs gehen nach Hause Fußball gucken. Gegen 19 Uhr brechen sie auf: Der Freund nach Hause und Mikita zum Oktoberplatz, auf dem eine Demonstration gegen die Wahlfälschung stattfinden soll. „Ich wollte nur kurz gucken, was passieren wird, und bald zurückkommen“, sagt Mikita. Er wird seinen Freund das nächste Mal erst neun Monate später sehen.


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Wahlkampf, Bolschoi und Fremdenhass – Notizen aus Moskau

Zwischen Russland und Deutschland liegen nur 20 Minuten. Der Flieger hebt um 17.20 in Moskau ab und landet um 17.40 in Köln. Die drei Stunden, die die beiden Länder trennen, sind eine kurze Zeit. Ich nutze sie, um über Dinge nachzudenken, für die im hektischen journalistischen Alltag keine Zeit war. Vor drei Jahren hatte ich Russland verlassen, jetzt habe ich dort wieder anderthalb Monate verbracht. Hier sind die Dinge, die mir aufgefallen sind:

Fremdenhass als Alltagssache

Im November ist es sehr kalt in Moskau. Ich brauche unbedingt Einlegesohlen für meine Schuhe. Die findet man – wie allen anderen Kleinkram – in den Übergängen der Metro. Vor mir in der Schlange steht ein dunkelhaariger Mann, der mit Akzent Russisch spricht. Er kauft gleich zwei Paar und bittet die Verkäuferin um einen Preisnachlass. Die Oma reagiert mit einem Aufschrei: „Sogar die Russen feilschen nicht mit mir. Und wer bist du?“ – „Ich bin doch auch Russe. Ich lebe hier seit zehn Jahren“, sagt der Mann. „Egal wie lange du hier lebst, du wirst nie dazugehören. Du hast einen anderen Glauben“, erwidert die Oma und dreht sich weg.


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In Belarus sammelt sich das Volk

Es regnet in Minsk. Doch es ist wohl nicht das schlechte Wetter, was viele Menschen davon abgehalten hat, an diesem Samstag an der Volksversammlung im Park der Völkerfreundschaft teilzunehmen. Es ist die Angst vor Festnahmen und Repressionen. Die Regierung hatte die Protestaktion der Opposition im Vorfeld für illegal erklärt und drohte den Teilnehmern mit Konsequenzen. Trotzdem sind in Minsk einige Hunderte Menschen zu der Veranstaltung gekommen.


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