Archiv des Autors: Annette Kammerer

Über Annette Kammerer

Annette schreibt zur Zeit ihre Bachelorarbeit zur Außen- und Sicherheitspolitik Russlands im Nahen und Mittleren Osten. Sie studiert Internationale Beziehungen in Dresden, hat ein Semester in Tomsk studiert und ein Praktikum in Yekaterinburg beim Auswärtigen Amt absolviert. Sie schreibt derzeit für die ZEIT, Vitamin.de und eine Studierendenzeitung aus Dresden. Im Januar plant Annette eine mehrwöchige Recherchereise nach Russland, um mit dem Verein Perspektiven e.V. die Situation in Heimen für Menschen mit Behinderung zu protokollieren.

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Zu viele Kreuze für Bosnien – als Wahlbeobachter in Sarajevo

In Bosnien und Herzegovina wurde am 12. Oktober gewählt. Das Land ist seit dem Jugoslawienkrieg ethnisch zersplittert und hat ein  kompliziertes politisches System mit drei Präsidenten an der Spitze. Ein Erfahrungsbericht des Wahlbeobachters Jan Liebnitzky.

Es ist Punkt 7 Uhr in der Frühe und viel zu kalt. An den Wänden hängen gebastelte Eiffeltürme und Verkehrszeichen. Geschlagene acht Minuten verbringt die erste Wählerin hinter der weißen Pappwand. Wir hingegen sitzen bereits seit einer Stunde auf zu kleinen Stühlen im Klassenzimmer der 5a in der Altstadt in Sarajevo. Wir sind Marije aus den Niederlanden und Jan aus Deutschland von AEGEE Europe. An unserer Jacke hängt ein eingeschweißtes rosa Kärtchen, welches uns als internationale Wahlbeobachter akkreditiert. Zu dieser Unzeit beobachteten wir müde die Zählung der leeren Wahlzettel in 25er Bündeln, schüttelten die Wahlurne um zu prüfen ob sie leer ist und schauten nach ob sie fachgerecht versiegelt  wurde.


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Eine Frage des Maßstabes (Масштаб)

Je weiter man sich in den Urwald der russischen Sprache durchkämpft (der trotz Waldrodung immer noch unglaublich unübersichtlich scheint), desto häufiger stolpert man über herumliegende deutsche Wörter. Ganze Bäume deutscher Wörter stehen da verirrt in der russischen Taiga herum: Landschaft. Batterie. Wunderkinder. Gastarbeiter. Nur eben „russifiziert“ mit rollendem R und harter Aussprache. Das könnte ebenso deutsch mit russischem Akzent sein. Die Philologen nennen dieses Phänomen Entlehnung.


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