Wenn die Telekom einen Journalistenpreis verleiht …

Heute verleiht die Deutsche Telekom Stiftung den Medienpreis Bildungsjournalismus in Berlin.

In drei Kategorien sind neun Journalisten und Journalistinnen (davon drei Studierende) für Ihre Arbeiten zum Thema Bildung nominiert. Alle neun haben es verdient, die insgesamt 23.000 Euro Preisgeld zu gewinnen, da ihre eingereichten Beiträge hochwertige journalistische Arbeiten sind, die von einer hochrangigen Jury ausgewählt worden sind.

„Die gesamte Jury war sowohl von der sprachlichen Vielfalt als auch von der hohen Qualität der Beiträge sehr angetan“, so der Juryvorsitzende Hans Werner Kilz nach der Sitzung. „Wir hoffen, dass vom Medienpreis ein Impuls an Redaktionen ausgeht, sich stärker mit dem Thema Bildung zu beschäftigten. Bildungsthemen sollten bei der tagesaktuellen Berichterstattung eine entscheidende Rolle spielen.“

Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, im Gegenteil.

Das einzige Problem ist: Die Deutsche Telekom Stiftung. Sie verteilt die Gelder – wie ein Blick auf ihren Namen schnell erahnen lässt – der Deutschen Telekom AG.

Dabei handelt es sich um dieselbe Deutsche Telekom AG, die in Ungarn auf Druck der Regierung und aus wirtschaftlichem Opportunismus heraus den kritischen Chefredakteur des Online-Portals Origo, Gergö Sáling, feuern ließ.

Die Deutsche Telekom hilft damit der ungarischen Regierung aktiv dabei, auch noch die letzten Reste der ungarischen Pressefreiheit zu zerstümmeln und hat den ungarischen Journalismus und die Pressefreiheit in Ungarn skrupellos zugunsten ihrer geschäftlichen Interessen geopfert und verraten.

Dieselbe Telekom darf heute in Berlin unkommentiert einen Journalistenpreis verleihen, ohne dass die deutschen Journalisten, die sonst so kritisch über die Beschneidung der Pressefreiheit in Ungarn und zurzeit über die unter Druck stehenden ungarischen NGO´s berichten, irgendetwas dagegen unternehmen würden.

Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.

Alle interessierten deutschen Journalisten seien hiermit herzlich eingeladen, nochmal zum Fall von „Origo“ in Ungarn zu recherchieren oder ihre ungarischen Kollegen anzurufen und nachzufragen.


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