Monatsarchive: Februar 2013

Von der russischen Seele hinter der Autokamera

Autokamera-Videos aus Russland sind auf YouTube zu einem eigenen Genre avanciert. Meist handelt es sich um spektakuläre Unfälle oder Beinahe-Unfälle. Das Geschehen vor der Kamera ist allerdings Nebensache. Der wahre Protagonist sitzt am Steuer und bleibt unsichtbar. Sein Verdienst: er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Im folgenden Video gibt sich ein Mann entzückt über den Meteorioteneinschlag in Tscheljabinsk. Das Naturschauspiel ist ihm ein paar ruhig vorgetragene Sätze wert, bedächtiger Mat in Reinform.

Romantische Westeuropäer hätten an dieser Stelle etwas über die legendäre Duldsamkeit des russischen Gottesträger-Volkes zu sagen – doch solche Ausführungen, liebe Leserinnen und Leser, finden Sie nicht im Ostpol-Blog.


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Fremdschämen über die Branche

Das Deutsch-Russische Forum hat zu einem Pressegespräch anlässlich des 20. Jubiläums ins Hotel Adlon eingeladen. Die Bilanz ziehen an einem grauen Wintertag neben dem Vorsitzenden Ernst-Jörg von Studnitz der russische Botschafter Wladimir Grinin und der Sondervertreter des russischen Präsidenten, Michail Schwydkoj.  Das Lindenzimmer in der ersten Etage ist gut gefüllt, es gibt eine Reihe von Fragen.

Da meldet sich eine junge NDR-Reporterin forsch zu Wort, deren Team bei der PK dreht, und stellte die überraschende Frage: „Was können denn wir Deutschen heute noch von den Russen lernen, Herr Botschafter?“  Nachdem Studnitz sich redlich um eine etwas ausschweifende Antwort bemüht hat, folgt eine weitere Wortmeldung der Vertreterin des öffentlich-rechtlichen Senders: „Ich habe mir überlegt, was wir Medien beisteuern können“, sagt sie und da sei ihr ein Witz eingefallen: Was ist der Unterschied zwischen Putin und einem Pferd?


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Hoffnung trotz Zeman

Zeman und SchwarzenbergToll, nochmal fünf Jahre mit einem arroganten Präsidenten, und diesmal auch noch mit einem richtigen Grobian. Und ich habe mich schon auf einen wirklich neuen Präsidenten nach Klaus gefreut. (Das einzig Positive aus meiner sicht ist, dass Zeman die europäische Idee unterstützt).

Schwarzenberg hat mehr als 45 Prozent bekommen. Das ist gar nicht so wenig, wenn man bedenkt, dass Aristokraten, Katholiken, Emigranten und Leute mit deutschen oder österreichischen Wurzeln in Tschechien nie sonderlich beliebt waren.


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Aufbruchstimmung

karel for prezidentEine Tragödie!“, smste mir Katka letztes Wochenende, als die Stimmen so gut wie ausgezählt waren und es keinen Zweifel mehr daran gab, wen die Tschechen – erstmals per Direktwahl – zu ihrem neuen Präsidenten gewählt haben. „Ich würde am liebsten emigrieren!“

Dass Milos Zeman die Wahl gewonnen hat, ist nicht nur für meine Freundin eine bittere Ent-Täuschung. Viele, vor allem jüngere Tschechen fühlen sich desillusioniert. Zu groß und, zumindest in Prag, zu greifbar schien die Hoffnung auf einen Neuanfang. Darauf, dass Tschechien nach zehn Jahren Vaclav Klaus mit seinen Hasstiraden gegen die EU und gegen eine engagierte Bürgergesellschaft endlich wieder von einem Politiker repräsentiert wird, für den man sich nicht schämen muss.


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