Monatsarchive: August 2012

Der Rechtsextreme und seine jüdische Oma

Csanád Szegedi auf einem Veranstaltungsplakat, noch vor seinem Rücktritt

Die britische Komödie „Alles koscher“ handelt vom muslimischen Familienvater Mahmud, der entdeckt, dass er als Kind adoptiert wurde. Eigentlich heißt er Solly Shimshillewitz, wie er herausfindet, denn seine leiblichen Eltern sind Juden. Um seinen Vater zu treffen, der im Sterben liegt, muss Mahmud sich im Schnelldurchlauf jüdische Traditionen aneignen – das führt zu allerhand Verwicklungen.

Manchmal schreibt das Leben noch weitaus verrücktere Drehbücher. Zum Beispiel bei Csanád Szegedi: Der heute 29-jährige Ungar wuchs als Sohn eines volkstümlichen Holzschnitzers auf, machte sich schnell einen Namen in der rechtsextremen Szene des Landes und wurde für die offen antisemitische Jobbik-Partei 2009 ins Europäische Parlament gewählt. Daneben vertrieb er T-Shirts mit rechten Motiven und war Gründer der Jobbik-Parteizeitung „Barikád“, die den Juden unter anderem eine „weltweite Verschwörung“ und „Ritualmorde“ vorwirft.


Veröffentlicht unter Sippschaften & Seilschaften
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