Ein „Kontrollspaziergang“ für die Versammlungsfreiheit

Kontrolnaya Progulka, ein „Kontrollspaziergang“ fand am Sonntag in Moskau statt. Bekannte russische Kulturschaffende und Journalisten wie Boris Akunin, Dmitri Bykow und Ljudmila Ulitskaja hatten ihn initiiert. Nach Angaben der Teilnehmer waren bis zu 15 tausend Moskauer dabei. Mit dem Marsch wollten sie „kontrollieren“, ob die Versammlungsfreiheit in Moskau noch gewährleistet ist. Anlass waren Massenverhaftungen von Putin-Kritikern nach dessen Inauguration vergangene Woche beim sogenannten „Marsch der Millionen“ gewesen.

Den Hintergrund der Demonstration erläutert (im unten verlinkten YouTube-Video) der Schriftsteller Boris Akunin: „Es ist ganz einfach: Wir müssen der Staatsmacht beibringen, ihr Volk mit Respekt zu behandeln, statt es mit Polizeiknüppeln zu traktieren. Wenn unsere heutige Aktion dazu beiträgt, dass die Staatsmacht das versteht, dann hatten wir Erfolg. Wenn nicht, dann werden wir’s eben weiter erklären müssen…“

Und der Journalist Sergey Parchomenko betont, man habe sich bei der Vorbereitung des „Spaziergangs“ immer im Rahmen des Legalen bewegt: „Wir haben die Staatsmacht vor einigen Tagen von unseren Plänen unterrichtet: Wo wir uns versammeln wollen, wo die Route unseres Spaziergangs verlaufen wird, und warum wir das alles machen. Wir halten uns an das Gesetz, und das werden wir auch weiterhin tun.“ – Im Gegensatz zu wem wohl?

Über Pavel Lokshin

Flamewar-Analyst und Shitstorm-Meteorologe der russischen Blogosphäre

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