Monatsarchive: April 2012

Was die Ungarn an deutschen Medien nervt

Zwei Jahre nach dem Wahlsieg der Fidesz ärgern sich viele Ungarn gleich doppelt: Einerseits natürlich über die Regierung. Dass Ministerpräsident Viktor Orbán sich zum Freiheitskämpfer gegen Brüssel stilisiert, es immer wieder auf Konflikte mit der EU ankommen lässt, aber den Staatshaushalt nicht in den Griff bekommt, bringt viele auf die Palme.

Was die Ungarn aber auch ärgert: dass manche deutsche Medien das Land auf dem Weg in eine Diktatur sehen. Und dass sie sich in ihrer Meinung zuweilen ungern durch Recherchen verwirren lassen. Ein besonders krasses Beispiel hat mir eine Journalistin zugeschickt: Hier erklärt eine MDR-Journalistin, warum Orbán Viktor jetzt sogar den Eurovision Song Contest manipuliert. Wie sie darauf kommt? Die Tatsache, dass eine Fachjury das Siegerlied ausgewählt hat, “lässt vermuten, dass die Politik ihre Finger im Spiel hatte”. Noch Fragen?


Veröffentlicht unter Disko & Pop
Verschlagwortet mit , , , ,
1 Kommentar

STATUS B. – “Brillante” Aktionen

In Inguschetien wurde vor einigen Tagen eine, wie der russische Geheimdienst zu sagen pflegt, „brillante Anti-Terror-Operation“ durchgeführt: Am helllichten Tag wurden unter zahlreichen Zeugen fünf Pkw-Insassen mit Maschinengewehren erschossen. Eine halbe Stunde später ging das Fahrzeug mitsamt den Leichen in die Luft, wahrscheinlich aufgrund eingebauter Sprengsätze.

Sofort erfolgte eine heroische Pressemitteilung des Nationalen Anti-Terror-Komitees, in der  mitgeteilt wurde, dass in Inguschetien dank des bewaffneten Widerstands Terroristen getötet wurden, die schreckliche Anschläge geplant hätten. Nur erwähnte das Anti-Terror-Komitee nicht, dass sich unter den Getöteten eine 53-jährige Frau befand und dass es jede Menge Augenzeugen gab.  


Veröffentlicht unter Kreml & Kulturpalast
Kommentare deaktiviert

Spione im Schlafzimmer

Eigentlich schenkt man in Osteuropa Blumen zum Frauentag. Khadija Ismayilova aus Baku aber erhielt am 8. März einen Brief – darin eindeutige Fotos aus ihrem Schlafzimmer und die Warnung, sie werde „extrem bloßgestellt“, wenn sie ihre Recherchen über die Auslandsgeschäfte der Präsidentenfamilie nicht augenblicklich einstelle. Doch Ismayilova wäre nicht eine der bekanntesten investigativen Journalistinnen Aserbaidschans, wenn sie dazu geschwiegen hätte.


Veröffentlicht unter Biziness & Korruption, Gender & Mainstreaming, Sippschaften & Seilschaften
Verschlagwortet mit , , , , ,
Kommentare deaktiviert