Skifahren in der Ukraine.

Kitzbühl und St. Moritz war gestern, wem dort zu viele reiche Russen in Designer-Skianzügen herumlaufen, der fährt in Bukovel Ski.
Bukovel???   Ein kleiner kürzlich erschaffener Skiort in den Karpaten, nahe der rumänischen Grenze, der nicht einmal auf den Karten meines recht neuen Navigationsgerätes zu finden ist.

Mit der Meldung „Das Ziel befindet sich außerhalb des erfassten Gebietes“ fing unsere Urlaubsfahrt morgens um 7 Uhr an. Nach Eingabe des Namens des Nachbarortes „Tatarif“ ging die Fahrt auch gleich durch die verschneite Landschaft der Ukraine los. Einmal Kiew verlassen, ist auch nicht mehr mit viel Verkehr zu rechnen und so haben wir auch fast mehr Pferdefuhrwerke als verbrennungsmotorbetriebene Fahrzeuge auf unserem Weg getroffen. Abgesehen von einigen Schneeverwehungen durchfuhren wir eine idyllische Landschaft mit unzähligen Kirchen in allen Farben und Formen.
In Bukovel angekommen erwartete uns ein Dorf wie vom Zeichenbrett, mit harmonsich arrangierten Wochenendhäusern, Hotels, Pensionen und Restaurants, dessen Mitte von der Liftstation dominiert wurde.
Autos werden am Ortseingang in zwei großen Parkhäusern, vor Wind und Wetter geschützt, aus dem Ort verbannt. Für uns aus Kiew ist es eine Wohltat zu sehen, dass hier nicht alle Gehsteige zugeparkt sind und Sicherheitskräfte schwer damit beschäftigt sind, das Park- und Fahrverbot durchzusetzen. Wer die Ukraine kennt, wundert sich und freut sich, dass es auch anders geht. Ebenfalls auch überraschend die große Anzahl Abfallbehälter an den Wegen. Bukovel, ein kleines, sauberes Dorf!
Und wer kommt hierher? Im Parkhaus finden wir Fahrzeuge mit Nummernschildern aus Moldawien, Polen, Slowenien, Russland und Italien. Alles Mittelklassewagen, keine schwarzen Bonzenautos mit verdunkelten Scheiben. Normale Menschen eben. Und es kommt noch besser, auf den Pisten in Bukovel ist Helmpflicht!
Für, im Verhältnis zu Österreich oder Schweiz, kleines Geld erstehen wir unsere Liftkarten und machen uns auf den Weg, die mehr als 50 km Skipisten zu entdecken. Wartezeiten am Lift gibt es hier nicht und trotz der relativ kurzen Abfahrten dringen wir schnell immer tiefer in die Wälder der Karpaten vor. Die Pisten sind perfekt präpariert, die Bäume biegen sich förmlich unter der Schneelast, so dass wir den Eindruck hatten, dass die überall installierten Schneekanonen bestimmt nicht betrieben wurden.
Strategisch günstig verteilt im Skigebiet sind ein paar “Kolyba”  Restaurants, die mit einer großen Feuerstelle in der Mitte die Skifahrer mit leckerer ukrainischer Küche (u.a. Schaschlik) und Wärme versorgen. Wer die kantienenähnlichen Skihütten in den Alpen kennt, schätzt die Ruhe und Gemütlichkeit und die Bedienung in ukrainischer Tracht am Tisch um so mehr.
Nach mehreren Tag auf dem Snowboard probierten wir einige der Restaurants im Dorf aus. Von „Fine Dinning“ über Georgische, Deutsche und natürlich Ukrainische Küche bis Pizza fiel die Wahl nicht leicht.
Nur was macht man hier eigentlich, wenn das Wetter Snowboarden nicht zulässt? Viele der zu mietenden Häuser haben Schwimmbäder, eine Sauna gehört wohl zu jedem Hotel dazu und, in der nächsten Saison ist vielleicht das Radisson Hotel mit großer Badelandschaft eröffnet… wir jedenfalls waren von der frischen Luft so müde, dass es uns nach dem Essen immer früh ins warme Bett getrieben hat.


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