Monatsarchive: Februar 2012

Vaterlandsverteidiger heraus zum 23. Februar!

Seit 1922 feiert Russland den “Tag des Vaterlandsverteidigers”, formerly known as “Tag der Roten Arbeiter- und Bauernarmee”. Das Datum geht zurück auf den 23. Februar des Jahres 1918, der als tatsächliche Geburtsstunde der Roten Armee gesehen wird, weil die russischen Einheiten den vorrückenden Deutschen erst ab diesem Tag wirklichen Widerstand entgegensetzten.

Und heute? Wird allen russischen Männern gratuliert, egal ob sie nun gedient haben – oder sich wie besonders viele Städter mit einer saftigen Bestechungsgebühr vor dem Dienst gedrückt haben. Der Präsident schwingt patriotische Reden, im Fernsehen laufen patriotische Filme. Und die Männer betrinken sich natürlich.


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STATUS B. – Kopfgeburten

Als ich 15, 16 Jahre alt war, hatte ich ständig Kopfschmerzen. Kein Arzt konnte mir helfen, kein Medikament zeigte Wirkung. Da meinte ein alter Mann: „Gebt ihm ein Blatt Papier und einen Stift. Er muss zeichnen!“ 


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Professor oder Popcorn-Verkäufer?

Tschechien sucht einen neuen Präsidenten. Die Bürger wählen ihr Staatsoberhaupt künftig direkt, das hat das Parlament kürzlich beschlossen. Zwar endet die Amtszeit von Vaclav Klaus erst 2013, doch die Medien spekulieren schon jetzt über einen Nachfolger. ostpol-Autorin Vladka Jelinkova hat ganz eigene Vorstellungen – und einen klaren Favoriten.


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Skifahren in der Ukraine.

Kitzbühl und St. Moritz war gestern, wem dort zu viele reiche Russen in Designer-Skianzügen herumlaufen, der fährt in Bukovel Ski.
Bukovel???   Ein kleiner kürzlich erschaffener Skiort in den Karpaten, nahe der rumänischen Grenze, der nicht einmal auf den Karten meines recht neuen Navigationsgerätes zu finden ist.


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Die Nerz-Konterrevolution von Kaluga

Samstag, 11. Februar, 11 Uhr, der Theaterplatz der 300.000-Einwohner-Stadt Kaluga, 200 Kilometer südwestlich von Moskau. Der Gewerkschaftsverband ruft zur Demonstration “Wir verteidigen Russland” auf. Mitarbeiter der Stadt- und Regionalverwaltung werden zwangsverpflichtet, Arbeiter und Bauern der Fabriken und Kolchosen aus der ganzen Region mit Bussen angekarrt.

Bei minus 20 Grad gelingt es den Veranstaltern, in der Rekordzeit von 19 Minuten jene zu verdammen, die seit Wochen in Moskau gegen Putin demonstrieren, eben jenem das Vertrauen auszusprechen und eine gleichlautende Resolution anzunehmen. Der Applaus der etwa tausend Demonstranten ist müde, aber was will man am Morgen nach dem Freitagabend schon erwarten?

Wie schon auf der Großdemonstration in Moskau auch in Kaluga keine einzige Flagge von “Einiges Russland” oder den Kreml-Jugendorganisationen “Junge Garde” oder “Naschi”. Am Rande der Demonstration ruft ein junger Enthusiast von der “Allrussischen Volksfront” dazu auf, am 23. Februar zur Großdemo auf den Manegenplatz nach Moskau zu kommen. Auf seinem Block haben sich bis zum Ende der Kundgebung ganze acht Willige eingetragen. Freiwillig ist die Konterrevolution offenbar nicht zu haben.


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Russische Demo-Semiotik – Crashkurs

Die Demonstrationen in Russland gegen und für Putin gehen in den dritten Monat. Die Teilnehmerzahlen haben sich bei etwa 50.000 eingependelt, auch die Reden von den Bühnen bringen nur wenig Neues, aber scheinbar grenzenlos ist die Kreativität der Teilnehmer. Selbstgemalte Plakate, Kostüme, Flaggen aller Couleur. Blickt da noch jemand durch? Wir schon. Hier ein kleiner Crashkurs in russischer Demo-Semiotik.

 

 


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Betahaus goes East

Foto: MAX/Minko Minev

Bislang ist Sofia nicht unbedingt auf der Landkarte der globalen “digitalen Boheme” zu finden – dieser jungen Typen und kleinen “start ups”, bei denen es eigentlich egal ist, an welchem Ort in der analogen Welt sie gerade vor sich hintexten, -designen, -programmieren oder -bloggen und sich deshalb ihren Wohnort danach aussuchen, wo die Mieten billig und das Umfeld inspirierend ist. Was ein Fehler sein könnte, denn die bulgarische Hauptstadt hat einiges zu bieten: Die Mieten und Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise noch immer niedrig, und in den vergangenen Jahren hat sich die Stadt rasant und zum Positiven entwickelt – nicht zuletzt durch die Bulgaren, die im Ausland studiert haben und nun mit neuen Ideen im Gepäck zurückkommen. Zwei von ihnen sind Alexander Mihaylov und Alexander Kitov. Und die wollen für die digitalen Nomanden und Selbständigen nun auch in ihrer alten Heimatstadt das passende Arbeitsumfeld schaffen. Das heißt: Nach Berlin, Hamburg und Köln bekommt auch Sofia sein Betahaus!


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unEiniges Russland: St. Petersburg wacht auf

Samstag, 4. Februar – Demo-Tag auch in St. Petersburg. Bei Minus 18 Grad Celsius bringt die Petersburger Protestbewegung so viele Menschen wie nie  auf die Straße. Zwischen 15 000 und 20 000 kommen, am Tag darauf schreiben die russischen Medien “St. Petersburg wacht auf”.

Die verschieden politischen Parteien und Bewegungen laufen mit ihren Fahnen und Transparenten getrennt voneinander in Blocks: Die Liberalen nach den Kommunisten, die Nationalisten (die sich “Patrioten” nennen, und sich damit wenigstens von den noch radikaleren Neonazis abzugrenzen) hinter den Linken. Die politisch nicht Organisierten laufen mit weissen Ballons entweder ganz vorne – oder sie flanieren durch den Zug, quer durch die Blocks der verschieden politischen Strömungen.


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unEiniges Russland: Berliner Karneval für freie Wahlen

Die Demo an 4. Februar in Berlin

Die Demo an 4. Februar in Berlin

Demonstrationen für freie Wahlen haben am 4. Februar nicht nur in Russland, sondern auch in vielen Städten im Ausland stattgefunden. Eine der größten Russland-Demos gab es in Berlin. Wer organisiert die Proteste im Ausland? Und warum?


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unEiniges Russland: „meetings“ auf russische Art

„Und, was machst du so am Wochenende?“,

„Am Samstag geh’ ich erst auf ein ‚meeting‘, danach in die Kneipe… Mal sehen.“ So ein Dialog war noch vor einem Jahr – und sogar noch vor einem halben – in Russland kaum vorstellbar. Nun ist es Ende Januar, die Temperaturen liegen unter – 15 Grad, die Sonne scheint und die Russen gehen … auf „meetings“. Im Russischen wird eine Protestkundgebung als „meeting“ bezeichnet.


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unEiniges Russland: Deutlicher geht’s kaum

Gleich gegenüber der Kremlmauer, ein paar Schritte vom Roten Platz entfernt, fotografierte ein russischer Blogger heute Morgen dieses leuchtend gelbe Plakat: “Putin hau ab!”, steht darauf. Wie lange die freche Forderung dort hing, ist ungewiss. “Schade, dass er es nie lesen wird”, kommentierte ein anderer – dabei hätte Putin nur aus dem Fenster schauen müssen.


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